Crowd Management

Unter Crowd Management versteht man „die systematische Planung für, und Überwachung von, geordneten Bewegungen und Ansammlungen von Menschen“. Im Prinzip ist Crowd Management Bestandteil des Risikomanagements sollte fixer Bestandteil jedes Sicherheitskonzeptes sein.

Anwendungsmöglichkeiten für Crowd Management

Crowd Management funktioniert unabhängig von der Veranstaltungsart für jede Personenansammlung, sei es nun ein Stadtfest, Weihnachtsmarkt, Musikfestival, Konzert, Clubbing, Ball, eine Firmenfeier, Messe, Opernaufführung, Sportveranstaltung, Silvesterfeierlichkeit oder Autogrammstunde. Durch den präventiven Ansatz (im Gegensatz zu Crowd Control – Security) können Menschenmengen unterstützt und hohe (sowie gefährliche) Personendichten vermieden werden.

Warum Crowd Management wichtig ist

Jede Veranstalterin bzw. jeder Veranstalter eröffnet mit einer Veranstaltung eine Gefahrenquelle weshalb er oder sie angemessene Vorkehrungen zum Schutz jener Personen zu treffen hat, deren Rechtsgüter durch die Veranstaltung verletzt werden können (Verkehrssicherungspflichten). Aus den Verkehrssicherungspflichten ergibt sich eine aktive Handlungspflicht der Veranstalterin bzw. des Veranstalters. Nur wenn entsprechende Planungen und Maßnahmen gegen potentielle Gefahrenquellen nachgewiesen werden können wird es gelingen, eine Haftung abzuwenden. Im Veranstaltungskontext stellen Personendichten und -ströme mögliche Gefahrenquellen dar. Diese dynamischen Gefahren verändern sich während der Veranstaltungsphasen Einlass, Teilnahme und Abstrom und führten in der Vergangenheit bereits zu zahlreichen verletzten oder getöteten Personen bei Events. Sofern Personenströme und Personendichten nicht geplant und kontrolliert werden bergen diese große Gefahren für die darin befindlichen Menschen. Professionelles Crowd Management begegnet diesem Aspekt, erhöht die Sicherheit und das Wohlbefinden der Veranstaltungsgäste und reduziert das Haftungsrisiko der Veranstalterin bzw. des Veranstalters.

Inhalte von Crowd Management

Als Crowd Manager befassen wir uns mit vier Hauptbereichen:

  • Flächennutzung statisch / dynamisch
  • Kommunikationsstrukturen und -möglichkeiten
  • (Crowd)Profil
  • Management

 

Flächenplanung

Eine adäquate Planung der Veranstaltungsflächen ist für das Wohlbefinden und die Sicherheit der Veranstaltungsgäste elementar. Ihre Veranstaltungsgäste nutzen die zur Verfügung stehenden Flächen in unterschiedlichsten Formen. Diese unterschiedliche Nutzung bedarf einer unterschiedlichen Planung. Die Vorgehensweise erfolgt von Innen (Nutzung) nach Außen (Planung). Für erste Einschätzungen berücksichtigen wir quantitative Daten aus Veranstaltungsgesetzen bzw. –verordnungen und Normen und stimmen diese mit weiteren Faktoren ab. Im Zuge der systematischen Planung unterscheiden wir zwischen statischer und dynamischer Flächen.

Statische Flächen

Crowd Management Platzbedarf fuer stehende Personen Statische Flächen sind Bereiche, in denen BesucherInnen verweilen. Das können Areale vor Bühnen, Essensbereiche oder auch Warteschlangen vor Toiletten und Verkaufsständen, etc. sein. Ein maßgebliches Sicherheitsmerkmal für statische Flächen ist die Dichte an Personen pro Quadratmeter. Diese sind z.T. in den Gesetzen oder Normen (ÖNORM EN 13200-1 empfiehlt 3,5 ZuschauerInnen pro Quadratmeter auf ebener Fläche) geregelt. Ihre BesucherInnen verteilen sich jedoch nicht gleichmäßig auf Ihrem Veranstaltungsgelände weshalb weitere Analysen hinsichtlich der Fläche notwendig. Welche Areale sind betroffen? Begeben sich Ihre BesucherInnen freiwillig in diese Dichte? Wie lange halten sie sich darin auf? etc. etc. Wir wissen, welche Einflussparameter zu berücksichtigen sind, kümmern uns um die Analyse und die Maßnahmen um eine sichere Veranstaltung zu gewährleisten.

Dynamische Flächen

Crowd Management Platzbedarf fuer gehende Personen Dynamische Flächen sind Bereiche die begangen werden. Das sind z.B. die Zugänge zur Veranstaltung, Gehwege, Wege innerhalb der Veranstaltungsfläche, Fluchtwege, etc. Wir beurteilen die dynamischen Flächen auf Basis der Kapazitäten und der Nutzung: Welche Wege werden werden wie häufig frequentiert? Ergeben sich unidirektionale (in eine Richtung) oder bidirektionale (gegenläufige) Personenströme? Welche weiteren Parameter können sich negativ auf den Personenstrom auswirken (z.B. Personendichten, Sichtachsen, etc.)? Für einfache Geländeareale berechnen wir die benötigten Kapazitäten mit einfachen Computerprogrammen, für großflächige bzw. komplexe Areale erstellen wir  gerne eine Personenstromsimulation.

Veranstaltungsphasen

Risiken aus Personenströmen und -dichten sind dynamischer Natur die sich im Laufe einer Veranstaltung sowohl zeitlich als auch räumlich ändern. Wir berücksichtigen die jeweiligen Spezifika hinsichtlich der Phasen: Anreise, Einlass, Teilnahme, Abstrom und Abreise.

Kommunikationsstrukturen und -möglichkeiten

Veranstaltungen sind soziale Gebilde und können wesentlich durch Information und Kommunikation gesteuert werden. Eine gute Kommunikation mit den VeranstaltungsteilnehmerInnen vor, während und nach der Veranstaltung ist ein wesentlicher Aspekt von gutem Crowd Management. Gut informierte BesucherInnen finden sich besser zurecht, sind weniger frustriert und lassen sich besser (an)leiten als uninformierte BesucherInnen. Wir unterscheiden die bereitzustellenden Informationen hinsichtlich Ihres Zweckes und ihrer Art.

Information für den Normalbetrieb

Im Zuge der Information für den Normalbetrieb berücksichtigen wir sowohl die Positionierung als auch inhaltliche Ausgestaltung von Informationsmitteln und stimmen diese mit den Veranstaltungsphasen und BesucherInnenprofil ab. So sind z.B. während der Einlassphase eines Volksfestes im urbanen Raum andere Informationen maßgeblich als während der Abstromphase eines mehrtätigem Festivals im ruralem Raum.

Information für den Notfall

Ein weiterer wichtiger Informationszweck ist die Notfallkommunikation. Die Notfallkommunikation orientiert sich an einer Gefahrensituation mit dem Ziel, einen drohenden Schaden abzuwenden oder einen bereits entstandenen Schaden einzugrenzen und möglichst rasch zu einer Normalsituation zurückzukehren (hierbei ergibt sich eine Schnittstelle zur Notfallplanung). Die wenigsten VeranstaltungsbesucherInnen können auf eine umfangreiche Erfahrungsgrundlage hinsichtlich Notfälle bei Veranstaltungen zurückgreifen weshalb Ihre Gäste im Notfall auf Informationen, Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen angewiesen sind. Im Zuge des Planungsprozesses beachten wir die maßgeblichen Aspekte einer erfolgreichen (Notfall)Kommunikation: Schnelligkeit, Ehrlichkeit, Verständlichkeit, Widerspruchsfreiheit und eine vertrauenswürdige Quelle. Um z.B. Schnelligkeit gewährleisten zu können analysieren (oder erstellen wir) die internen Prozesse, Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen. Die externe Sicherheitskommunikation (d.h. Information der Gäste) bedarf der präventiven Planung hinsichtlich Inhalte und der räumlichen Erreichbarkeit der BesucherInnen. Hierbei beachten wir sowohl szenarioabhängige als auch szenariounabhängige Stör- und Notfälle (Show-Stop-Prozedere, Räumung). Hinsichtlich des Punktes „Ehrlichkeit“ wissen wir, dass viele SicherheitsplanerInnen vor Sorge des Auslösens einer möglichen Panik oder vermeintlichen Massenpanik Inhalte zurückhalten um die wahre Gefahr verheimlichen. Dies resultiert zumeist in monoton gesprochene Durchsagen wie z.B. „Aufgrund eines technischen Gebrechens…“ oder „Aufgrund einer behördlichen Anweisung…“. Diese Vorgehensweise ist zwar gut gemeint, basiert jedoch auf falschen Annahmen und gefährdet Ihre BesucherInnen. Wir wissen um das echte Verhalten von Menschen in Notfällen und planen daher adäquat (warum die Annahme der Massenpanik falsch ist und wo die Gefahren liegen können sie hier nachlesen).

(Crowd)Profil

Im Zuge des BesucherInnenprofils analysieren wir verschiedenen Faktoren um das zu erwartende Verhalten einschätzen zu können. Die diesbezügliche Einteilung der BesucherInnen ist sehr stark von der Veranstaltungsart abhängig. So wird eine Veranstaltung mit einer auftretenden Musikband ein relativ homogenes Publikum anziehen. Demgegenüber stehen mehrtägige Festivals mit unterschiedlichen Musikrichtungen und Attraktivitäten die von verschiedensten BesucherInnen, von Familien mit kleinen Kindern über Minderjährige bis hin zu älteren Personen, besucht werden. Im Zuge der Erstellung werden Recherchen und Annahmen über die Bedürfnisse, Erwartungen, Motive, Einstellungen, Wünsche und Ziele der Gäste von uns durchgeführt bzw. getroffen. Zusätzlich betrachten wir demografische Daten aber auch Informationen hinsichtlich Erfahrungen, Konfliktpotential, uvm. Ihre Gäste verfolgen mit dem Besuch Ihrer Veranstaltung ein bzw. mehrere Ziele. Das Wissen über vorhandene Ziele in Kombination mit obigen Parametern lässt Rückschlüsse auf voraussichtliche Handlungen und Aktivitäten zu. Das zu erwartende Normverhalten wird somit sicht- und beeinflussbar.

Management

Wir planen für Sie die benötigten personellen und organisatorischen Maßnahmen die dem Ziel der sicheren Flächennutzung und Informationsbereitstellung dienen. In diesem Zusammenhang werden aus der Kombination von BesucherInnenprofil, Flächenplanung, Information und Szenariobildung die benötigten Einrichtungen, Ressourcen und Standorte ermittelt. Die einzelnen Bereiche betrachten wir hierbei interdisziplinär da sich diese wechselseitig beeinflussen. Darüber hinaus betrachten wir die internen Kommunikationsstrukturen, Entscheidungsprozesse, -befugnisse, Verantwortlichkeiten und Handlungsabfolgen in Abhängigkeit von der Situation (Normal- oder Notfall). Wir planen die benötigten Kommunikationskanäle (unter Berücksichtigung des BesucherInnenprofiles) und Inhalte (zeitlich und räumlich) und stimmen diese aufeinander ab.

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