Crowd Management

Was ist Crowd Management?

Crowd Management ist die systematische Planung für – und die Lenkung von – geordneten Bewegungen und Ansammlungen von Menschen. Die Definition geht auf den amerikanischen Fußgängerforscher John J. Fruin zurück und beschreibt den Kern dessen, was Crowdmanagement ausmacht: einen präventiven Planungsansatz, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Crowd Management ist dabei wesentlich mehr als mit einem Megafon Leute anzuschreien (auch wenn das die Vorstellung ist, die manche mit dem Begriff verbinden). Es ist ein Planungsansatz, bei dem die verfügbare Fläche und die Wege mit dem Veranstaltungsablauf und der Zeit in Einklang gebracht werden – unter Berücksichtigung psychologischer Parameter wie Erwartungshaltung, Informationsverarbeitung und Bewegungsmotivation der Besucher:innen.

Das Ziel: gefährliche Personendichten verhindern, gut funktionierende Verkehrs- und Fluchtwege sicherstellen und in letzter Konsequenz – zufriedene Gäste. Denn Sicherheit ist die Basis für Wohlbefinden. Crowd Management funktioniert dabei unabhängig von Veranstaltungsart und -größe – ob Stadtfest, Musikfestival, Weihnachtsmarkt, Firmenfeier, Sportveranstaltung oder Messe. Auch bei kleineren Veranstaltungen in Österreich kann das Gelände, die Wegführung oder der zeitliche Ablauf durchaus herausfordernd sein.

Crowd Management wird häufig mit Großveranstaltungen in Verbindung gebracht. Die Notwendigkeit allein an der Größe festzumachen greift aber zu kurz. Die Besucherlenkung – also das gezielte Leiten von Besucher:innenströmen – ist ein zentraler Bestandteil von Crowd Management und bereits bei überschaubaren Veranstaltungen relevant.

Crowd Management und Crowd Control – der Unterschied

Crowd Management und Crowd Control werden oft synonym verwendet – sie beschreiben aber zwei grundverschiedene Ansätze.

Crowd Management ist proaktiv. Es setzt in der Planungsphase an – lange bevor der erste Gast die Veranstaltung betritt. Flächen werden analysiert, Wege dimensioniert, Bewegungsmuster antizipiert und Maßnahmen definiert, damit problematische Situationen gar nicht erst entstehen. Crowd Management gehört in den Bereich von Safety – der vorbeugenden Sicherheit.

Crowd Control ist reaktiv. Es ist das Eingreifen, wenn eine Situation bereits eingetreten ist, die ein aktives Gegensteuern erfordert. Crowd Control gehört in den Bereich von Security – der reagierenden Sicherheit.

Der entscheidende Punkt: Gutes Crowd Management reduziert den Bedarf an Crowd Control erheblich. Wenn Flächen, Wege und Abläufe im Vorfeld richtig geplant sind, treten viele Situationen, die sonst ein Eingreifen erfordern würden, schlicht nicht ein. Crowd Management reduziert die Eintrittswahrscheinlichkeit – also präventiv. Crowd Control reagiert, wenn die Situation bereits eingetreten ist.

Crowd Control ist dabei keine Maßnahme gegen Besucher:innen – es ist die Reaktion auf eine Situation, die durch besseres Crowd Management hätte vermieden werden können. Wer in ein Sicherheitskonzept investiert, das Crowd Management von Anfang an mitdenkt, spart sich im Ernstfall aufwendige und belastende Crowd-Control-Maßnahmen.

Was betrachtet Crowd Management?

Crowd Management betrachtet eine Veranstaltung aus mehreren Perspektiven gleichzeitig. In der internationalen Fachliteratur haben sich dafür zwei Modelle etabliert, die auch in der Praxis als Analyserahmen verwendet werden: RAMP und DIM-ICE.

RAMP – vier Perspektiven auf die Veranstaltung

Routes – die Wege, die Besucher:innen nutzen: Zugänge, Zirkulationswege innerhalb des Geländes und Ausgänge. Wie breit sind diese Wege? Wo entstehen Engstellen? Wo überlagern sich Ströme?

Area – die Flächen, die zur Verfügung stehen: Zuschauerbereiche, Wartezonen, Gastronomiebereiche. Wie groß sind diese Flächen tatsächlich – und reichen sie für die erwartete Anzahl an Personen?

Movement – die Bewegungsmuster der Besucher:innen in allen Veranstaltungsphasen: Anreise, Einlass, Aufenthalt, Abstrom. Wo entstehen Gegenströme? Wo stauen sich Personen?

Profile – das Profil der Besucher:innen: Warum kommen die Gäste? Welche Ziele verfolgen sie? Welches Verhalten ist zu erwarten? Die Antworten auf diese Fragen bestimmen die gesamte Planung.

DIM-ICE – drei Gestaltungsebenen über drei Phasen

Die drei Gestaltungsebenen: Design (räumliche Gestaltung), Information (Kommunikation mit den Besucher:innen) und Management (organisatorische und personelle Maßnahmen).

Die drei Phasen: Ingress (Einlass), Circulation (Aufenthalt und Zirkulation) und Egress (Auslass/Abstrom).

Diese Modelle bilden die Grundlage professioneller Crowd-Management-Planung. Wie wir sie für Veranstaltungen in Österreich konkret anwenden, erfahren Sie auf unserer Seite zum Crowd Management.

Personendichte – warum sie so wichtig ist

Die Personendichte ist eine der zentralen Größen im Crowd Management. Sie beschreibt, wie viele Personen sich pro Quadratmeter auf einer Fläche befinden – und bestimmt maßgeblich, ob sich Besucher:innen wohlfühlen oder in Gefahr geraten.

Dabei wird zwischen zwei Arten von Platzbedarf unterschieden:

Statischer Platzbedarf beschreibt den Flächenbedarf von Personen, die stehen oder warten – etwa in Zuschauerbereichen vor Bühnen, in Wartezonen oder bei Verkaufsständen.

Dynamischer Platzbedarf beschreibt den Flächenbedarf von Personen in Bewegung – auf Wegen, bei Zugängen, in Zirkulationsbereichen. Menschen in Bewegung benötigen mehr Platz als stehende Personen, weil ein gewisser Abstand in Gehrichtung notwendig ist.

Ab einer bestimmten Dichte wird es für die darin befindlichen Personen zunächst unangenehm – individuelle Bewegungsfreiheit geht verloren, Richtungsänderungen werden schwierig. Steigt die Dichte weiter, wird es gefährlich: Personen können nicht mehr ausweichen, Stürze können nicht aufgefangen werden, und es entsteht Druck, der von den Betroffenen nicht mehr kontrollierbar ist.

Crowd Management setzt genau hier an – nämlich in der Prävention. Durch vorausschauende Flächenplanung, die richtige Dimensionierung von Wegen und die Beobachtung der Personendichte während der Veranstaltung sollen kritische Dichten gar nicht erst entstehen.

Die zulässige Personendichte wird durch Normen und Richtlinien geregelt. Welche das im Detail sind und wie wir sie für Ihre Veranstaltung berechnen, erfahren Sie auf unserer Seite zum Crowd Management.

Was macht ein:e Crowdmanager:in?

Ein Crowdmanager – oder eine Crowdmanagerin – ist die Person, die für die Umsetzung des Crowd Management Plans vor Ort verantwortlich ist. Während die Planung im Vorfeld stattfindet, sorgt der Crowdmanager während der Veranstaltung dafür, dass die geplanten Maßnahmen greifen und auf veränderte Situationen angemessen reagiert wird.

Zu den Aufgaben gehören unter anderem: die Beobachtung der Besucher:innenströme, die Koordination des Ordnerdienstes, die Einleitung operativer Maßnahmen bei steigender Personendichte und die Kommunikation mit dem/der Veranstalter:in und den Einsatzkräften.

Crowd Management ist kein geschützter Begriff – das bedeutet, dass sich grundsätzlich jeder so nennen kann. Entscheidend sind die fachliche Qualifikation und die Erfahrung. Unser Geschäftsführer Prof. (FH) Martin Bardy hat Crowd Safety Management in England (UK) studiert – die akademische Ausbildung in diesem Fachgebiet – und graduierte als Jahrgangsbester mit Auszeichnung (First Class Honours). Er lehrt das Fach seit über einem Jahrzehnt an Universitäten und Fachhochschulen in Österreich.

Häufige Fragen zu Crowd Management

Was ist Crowd Management?

Crowd Management ist die systematische Planung für die Lenkung von Personenbewegungen und -ansammlungen bei Veranstaltungen. Es ist ein präventiver Ansatz, der gefährliche Personendichten verhindern und das Wohlbefinden der Besucher:innen sicherstellen soll.

Was ist der Unterschied zwischen Crowd Management und Crowd Control?

Crowd Management ist proaktiv und setzt in der Planungsphase an – Flächen, Wege und Abläufe werden im Vorfeld so gestaltet, dass Probleme gar nicht erst entstehen. Crowd Control ist reaktiv und greift ein, wenn eine Situation bereits eingetreten ist. Gutes Crowd Management reduziert den Bedarf an Crowd Control erheblich.

Was macht ein:e Crowdmanager:in?

Ein Crowdmanager ist für die Umsetzung des Crowd Management Plans vor Ort verantwortlich. Er oder sie beobachtet die Besucher:innenströme, koordiniert den Ordnerdienst und leitet operative Maßnahmen ein, wenn die Situation es erfordert.

Brauche ich Crowd Management auch bei kleinen Veranstaltungen?

Ja. Die Prinzipien des Crowd Managements gelten unabhängig von der Veranstaltungsgröße. Auch bei kleineren Veranstaltungen können Gelände, Wegführung oder zeitliche Abläufe Herausforderungen erzeugen, die eine professionelle Planung erfordern. In Österreich gibt es zudem je nach Bundesland unterschiedliche gesetzliche Anforderungen an die Veranstaltungssicherheit. Was rechtlich als Veranstaltung gilt, erfahren Sie in unserem Blogartikel Was ist eine Veranstaltung?

Wer erstellt einen Crowd Management Plan?

Einen Crowd Management Plan erstellt eine fachlich qualifizierte Person oder ein spezialisiertes Unternehmen. Der Plan wird auf Basis der konkreten Veranstaltung, des Geländes und der erwarteten Besucher:innenzahlen erstellt und ist – je nach Komplexität – entweder Teil des Sicherheitskonzepts oder ein eigenständiges Dokument. Mehr dazu auf unserer Seite zum Crowd Management.

Welche Qualifikationen für das Erstellen von Sicherheitskonzepten und Crowd Management Plänen in Österreich erwartet werden, erklären wir im Blogbeitrag Wer darf in Österreich Sicherheitskonzepte schreiben?

Sie brauchen einen Crowd Management Plan?

Wir erstellen Crowd Management Pläne für Veranstaltungen jeder Größenordnung – von der Firmenveranstaltung bis zum Festival. Maßgeschneidert, praxiserprobt und auf Basis internationaler Fachstandards.

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