
Am 23. April 2026 wurde siflux GmbH im Design Center Linz mit dem Austrian Event Award in der Kategorie „Sonderpreis Eventsicherheit“ ausgezeichnet — für das Sicherheitskonzept des Ö3 Weihnachtswunders am Salzburger Kapitelplatz. Es ist die vierte Auszeichnung in dieser Kategorie für siflux GmbH — so oft hat kein anderes Unternehmen in dieser Kategorie gewonnen.
Die Auszeichnung wurde gemeinsam mit der Auftraggeberin Altstadt Salzburg Marketing GmbH entgegengenommen — Lukas Schwaiger und Anna-Lena Schosser begleiteten Noemi Kriz und Martin Bardy zur Verleihung.
Das Event in Zahlen
| Veranstaltung | Ö3 Weihnachtswunder 2025 |
| Auftraggeber | Altstadt Salzburg Marketing GmbH |
| Ort | Kapitelplatz, Salzburg (Altstadt) |
| Datum | 19.–24. Dezember 2025 |
| Fassungsraum | 5.400 Besucher:innen |
| Eintritt | kostenlos, frei zugänglich |
| Personal | über 50 Ordner:innen + Einsatzzentrale |
| Award-Kategorie | Sonderpreis Eventsicherheit (präsentiert vom Wiener Roten Kreuz) |
| Verleihung | 23. April 2026, Design Center Linz |
Die Herausforderung — Großveranstaltung im dichten Altstadt-Umfeld
Das Ö3 Weihnachtswunder ist eine kostenlos zugängliche Großveranstaltung im öffentlichen Raum — und fand unter besonderen räumlichen Bedingungen statt: Unmittelbar angrenzend befanden sich der Salzburger Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz (inklusive Christbaumverkauf mit Fahrzeugverkehr) sowie ein temporärer Eislaufplatz am Mozartplatz.
Diese Konstellation war fachlich anspruchsvoll: sehr hohe Publikumsfrequenz, enge Altstadtwege, Engstellen, geringe Stauflächen — und gleichzeitig zwingend freizuhaltende Einsatz- und Betriebszufahrten (Anrainer:innenzufahrten, Postverkehr, Feuerwehrzufahrt zur Veranstaltung und zum Dom).
Kern des Sicherheitskonzepts
Fassungsraum-Herleitung und Fluchtwegstrategie
Der maximale Fassungsraum wurde mit 5.400 Besucher:innen festgelegt — nachvollziehbar abgeleitet aus nutzbarer Fläche und Fluchtwegkapazitäten. Als Grundsatz wurde bewusst keine Entfluchtung in Richtung Marktgebiet vorgesehen, da dort bereits mit hohen Personendichten zu rechnen war. Fluchtwege wurden gezielt in Bereiche mit geringerer erwarteter Personendichte geführt.
Personenstromanalyse mit der siflux FlowPath-Methode
Personenströme wurden für Normal- und Spitzenzeiten (besonders rund um Platzkonzerte) berechnet. Wesentliche Maßnahmen:
- Trennung von Zu- und Abgängen zur Vermeidung von Gegenströmen
- Aktive Steuerung von Wartebereichen als eigenständige Steuerungsräume
- Berücksichtigung externer Personenströme (Christkindlmarkt, touristische Querströme)
5-stufiges Sperrkonzept
Kernstück der operativen Steuerung war ein detailliertes 5-stufiges Sperrkonzept (strategisch–taktisch–operativ). Jede Phase enthielt:
- eindeutige Trigger / Marker zur Phasen-Aktivierung
- klar zugeordnete Verantwortlichkeiten
- definierte Maßnahmen und Checklisten
- vorbereitete Vorgehensweise für den Sonderfall „Sperre hält nicht“
- Räumungsoption als oberste Eskalationsstufe
Kommunikationsarchitektur
Die Besucher:innen-Kommunikation war ein eigenes Schlüsselelement:
- 8 zentral ansteuerbare LED-Panele / digitale Displays im Umfeld
- A0-Forexschilder (witterungsfest, auf ca. 2,4 m Höhe für dauerhaft freie Sicht)
- Megafone und mobile Beschilderung für kleinräumige Steuerung
- Pro Display und Phase vorbereitete Piktogramme und Textbausteine
- Vorbereitete Inhalte für Räumung und Sonderfall „Sperre hält nicht“
Schutz kritischer Zufahrten
Zwingend freizuhaltende Zufahrten (Feuerwehrangriffsweg Dom, Betriebs- und Anrainer:innenzufahrten) wurden nicht nur organisatorisch gesichert, sondern zusätzlich durch Rammschutzmaßnahmen gegen unbefugtes Befahren beziehungsweise Fahrzeugangriffe geschützt und durch Personal bewacht.
Lageführung und Einsatzzentrale
Eine Einsatzzentrale mit Videoüberwachung stellte ein laufendes Lagebild bereit und ermöglichte die koordinierte, organisationsübergreifende Umsetzung der Maßnahmen. Eine umfangreiche Funkvernetzung der sicherheitsrelevanten Mitarbeiter:innen sorgte für Echtzeit-Abstimmung.
Methodik und Standards
Das Sicherheitskonzept basierte auf der siflux 4D Safe Matrix — einer von siflux speziell für Veranstaltungen entwickelten strukturierten Risikobewertung, angelehnt an die ÖNORM D 4900. Eingebunden wurden die einschlägigen Standards und Rechtsgrundlagen:
- ISO 7010 (Sicherheitskennzeichen)
- EN 1838 (Notbeleuchtung)
- ÖNORM EN 13200 (Sicherheitsmanagement Zuschaueranlagen)
- ONR 151060 (Veranstaltungssicherheit)
- Salzburger Veranstaltungsgesetz
- Salzburger Veranstaltungsstätten-Verordnung
Das Leitprinzip
„Sicherheit als strukturierter Hintergrundprozess — wirksam, vorausschauend und operativ steuerbar, ohne das Publikumserlebnis zu beeinträchtigen.“
Besucher:innen sollten das Ö3 Weihnachtswunder unbeschwert genießen können, während behördliche Anforderungen und operative Einsatzfähigkeit jederzeit gewährleistet waren.
Ergebnis
Stabile, kontrollierte Personenströme und ein sicherer Veranstaltungsbetrieb bei gleichzeitig ungestörtem Besuchserlebnis — die Sicherheitsmaßnahmen wirkten für das Publikum weitgehend im Hintergrund. Das überzeugte die Jury des Austrian Event Award.
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